Die Industriellenfamilie Poensgen beginnt mit der Verlegung ihrer Betriebe aus Gemünd in der Eifel nach Düsseldorf-Oberbilk. Über 200 Mitarbeiter ziehen aus der Eifel mit an den Rhein. Hinzu kommen deren Familienangehörige, so dass schätzungsweise weit über 600 "Eifeler"

in Düsseldorf eine neue Heimat finden. Siehe dazu den Aufsatz von Dr. Manfred Bierganz "Die Verbindung der Ortsgruppe Düsseldorf des Eifelvereins zur Unternehmerfamilie Poensgen".

Die Verbindung der Ortsgruppe Düsseldorf des Eifelvereins zur Unternehmerfamilie Poensgen

Aus einem Vortrag des verstorbenen Hauptkulturwarts des EIFELVEREIN e.V.
Dr. Manfred Bierganz (gehalten anlässlich der 90-Jahr-Feier in Düsseldorf).

Das neue Zauberwort heißt Globalisierung. Die einen sehen darin eine - vielleicht letzte - Chance, ein Unternehmen zu sichern; die anderen verteufeln damit den Verlust von Arbeitsplätzen, die unwiederbringlich verloren gehen.

Dabei zeigt ein Blick auf die deutsche Industriegeschichte - auch und gerade des vorigen Jahrhunderts - , dass Unternehmer sich den veränderten Bedingungen stellen müssen, wollen sie ihr Unternehmen sichern. Florierende Unternehmen schaffen und sichern bekanntlich Arbeitsplätze.

Schaut man auf die großen Unternehmerpersönlichkeiten des vorigen Jahrhunderts, wird deutlich, dass im Grunde genommen immer dieselben Faktoren vorliegen müssen, damit ein erfolgreiches Unternehmen größeren Umfangs gegründet werden kann. Es bedarf zunächst einer tatkräftigen Persönlichkeit mit soliden handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die - um ein modernes Wort zu gebrauchen - über das notwendige Know-how verfügen muss. Ist das erforderliche Kapital nicht vorhanden, bedarf es mutiger und auch geduldiger Geldgeber oder - wie noch an einem markanten Beispiel gezeigt werden soll - eines kapitalkräftigen Schwiegervaters. Daneben müssen Standort und Rahmenbedingungen gegeben sein. Ein wichtiges Kriterium - und dies wird allzu oft unterschätzt - ist, dass diese unternehmerische Persönlichkeit über eine geordnete Familie, Fleiß, Gemeinsinn und Sparsamkeit verfügt und notfalls auch bereit ist, unpopuläre und unliebsame Entscheidungen zu treffen und sich selbst auch von liebgewonnenen Gewohnheiten zu trennen.

Ein markantes Beispiel eines tatkräftigen und außergewöhnlichen Unternehmers des vorigen Jahrhunderts ist der am 6. Juni 1818 in Kirschseiffen bei Schleiden geborene Albert Poensgen. Überhaupt stellt die Eifel, vielleicht auch aus der Not geboren, nicht gerade wenige Unternehmerpersönlichkeiten, die die deutsche Wirtschaftsgeschichte entscheidend mitgeprägt haben. Neben Albert Poensgen seien nur die Familien Hoesch und Schoeller exemplarisch erwähnt.

Der nach dem Tod seines Vaters Daniel Giesbert geborene Albert Poensgen wuchs in recht ärmlichen Verhältnissen auf, hatte aber das Glück, bei seinen Verwandten Carl und Reinhard Poensgen eine kaufmännische Lehrstelle zu finden. Carl Poensgen (1802 - 1848) besaß die Reitwerke von Gangfort, Oberhausen, Steinfelderhütte und durch Erbschaft die Reitwerke zu Jünkerath. Reinhard Poensgen (1792 - 1848) besaß die Eisenhütte Eisenau, die er später zur "Mariahütte" ausbaute, mit allein fünf Puddelöfen, zwei Schweißöfen und einem Walzwerk für Flach-, Rund- und Schneideeisen sowie einem Walzwerk für Band-, Rundeisen und Draht.

Die ehemalige Papiermühle Mauel bei Gemünd baute Albert Poensgen Ende 1844 mit seinem Schwager Johann Ludolph Schoeller und mit dem Geld seines vermögenden Schwiegervaters Ludolph Rothscheidt zu einer "Stahlfabrik" um, in der er bereits Ende 1847 gewalzte und gezogene Gasröhren herstellen ließ. Diese unternehmerische Entscheidung Albert Poensgens erwies sich als goldrichtig, war der Absatzmarkt für Gasröhren doch sprunghaft gestiegen. Fast alle großen Bahnhöfe brauchten Gasbeleuchtung, und für die Lokomotiven benötigte man Siederöhren. Zudem brauchten die Bahnhöfe Wasserleitungen und die Nachtschicht arbeitenden Fabriken Gasbeleuchtung. Am 16. August 1850 zahlte Albert Poensgen einvernehmlich seinen bisherigen Teilhaber Friedrich Wilhelm Schoeller aus. Das Röhrenwerk Mauel firmierte jetzt als "Handelsgeschäft Albert Poensgen". Albert Poensgen wusste nur zu gut, dass er den Erfolg seines Unternehmens nur durch weitere Expansion sichern konnte. So stellte er am 6. Dezember 1850 bei der Regierung in Aachen einen Antrag auf Erweiterung seiner Wasseranlagen, um eine Drahtfabrik bauen zu können, die bereits zehn Jahre später 5.000 Zentner Drahtstifte und 1.200 Zentner Bleirohr produzierte. Vorsorglich hatte er schon Jahre zuvor alle Grundstücke um seine erste Fabrikhalle aufgekauft. 1857 beschäftigte Albert Poensgen in seiner Röhren- und Nagelfabrik 91 Arbeiter. Ein glücklicher Umstand hatte Albert Poensgens Investitionen im Siederohrbau entscheidend begünstigt. Beim Ausbruch des Krimkrieges sperrte England die Ausfuhr von Siederohren nach Russland, so dass Poensgen das gesamte Russengeschäft zufiel. Obwohl das Unternehmen in der Siederohrtechnik in Deutschland konkurrenzlos war, trachtete Albert Poensgen danach, bei der Beschaffung des Vormaterials nicht in Abhängigkeit zu geraten. So bot er den völlig zerstrittenen Erben des 1848 plötzlich verstorbenen Reinhard Poensgens, die das Gemünder Puddel-, Draht- und Walzwerk besaßen, eine Zusammenarbeit an, die aber erst zehn Jahre später nach zähen Bemühungen zum Abschluss kam.

Das beste Know-how und die größte unternehmerische Tatkraft nützen bekanntlich wenig, wenn Rohstoffe knapp werden und die Absatzmärkte nur mit großem Aufwand zu erreichen sind. Die Standortfrage, die in den ersten Jahren des Unternehmens so gut wie keine Rolle spielte, trat zunehmend in den Vordergrund. Die Hochöfen der Eifel konnten - dies war den Verantwortlichen spätestens seit 1852 klar - auf Dauer nicht mehr mit Holzkohle betrieben werden. Eine Umstellung auf Koks war erforderlich. Koks konnte aber nur per Bahn zu rentablen Preisen herangeführt werden. Zudem musste Poensgen seine Fertigwaren auf Pferdekarren bis nach Köln bringen, von wo sie per Schiff in die Ballungsräume gebracht wurden. Hinzu kam der zunehmende Konkurrenzdruck der Hüttenindustrie des Ruhrgebiets.

Schon 1844 bildete sich in der Eifel ein Komitee, das den Bau einer Eisenbahn von Schleiden nach Düren mit Anschluss an die Städte Aachen und Köln der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft betrieb. Man wollte den Blei- und Eisenhütten des Schleidener Tals die Kohle des Eschweiler Bergwerkvereins im Inde- und Wurmrevier zuführen und die Fertigwaren parallel in Köln, Lüttich und Antwerpen auf den Markt bringen. Obwohl die Rentabilität der Strecke gegeben war, die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft das Projekt begrüßte und die Industrie des Schleidener Tals Kapital zur Verfügung stellte - allein Albert Poensgens Schwiegervater zeichnete für 200.000 Taler Eisenbahnaktien - , wurde das Projekt von einflussreichen Kreisen regelrecht hintertrieben. Die preußische Regierung erteilte der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft am 5. März 1856 die Konzession für den Bau der Eifelbahn mit der Auflage, spätestens 1860 zu beginnen und in diesem Jahr auch zu vollenden. Doch die Stadt Köln konnte ihre Handelsinteressen durch den vorgezogenen Eisenbahnbau der Strecke Köln-Trier, den auch das preußische Militär befürwortete, durchsetzen. Zudem favorisierte man im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe eine eiserne Rheinbrücke bei Koblenz.

Albert Poensgen war ein Mann, der seine Bilanzen nicht nur lesen konnte, sondern aus diesem Studium auch die notwendigen Schlussfolgerungen zog. Da der Gewinn 1859 um 5.000 Taler gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen war, entschloss er sich - wenn auch blutenden Herzens - zum raschen Handeln. Entschlossen betrieb er regelrecht strategisch eine Betriebsverlegung. Am 14. April 1860 erwarb er für sich und die Firma Reinhard Poensgen ein zehn Morgen großes Gelände in Düsseldorf- Oberbilk nahe an der Kölner Landstraße und dem Bergisch-Märkischen Bahnhof zum Preis von 6.500 Talern von dem Destillateur Johann Paul Giesbers, der dort seit 1841 mit seinem Partner Weber eine Zuckerfabrik betrieben hatte. Am 17. Februar 1863 wurden die angrenzenden Grundstücke mit Berechtigung zur Schienenanlage hinzugekauft. Diese - wie wir heute wissen - mutige unternehmerische Entscheidung geschah zu einem Zeitpunkt, als die Auftragsbücher des Unternehmens regelrecht überquollen. Die süddeutschen und die preußischen Staats- und Privatbahnen orderten Poensgen-Siederohre. Im Lokomotiv- und Schiffsbau waren Poensgen- Rohre nicht mehr wegzudenken. Trotz dieser glänzenden Auftragslage sah Albert Poensgen, dass dies nur eine Scheinblüte war. Nur zu deutlich erkannte er die Unhaltbarkeit der Wettbewerbslage seiner Betriebe, denen er kein dauerhaftes Überleben gab.

So wurde das Puddel- und Walzwerk Reinhard Poensgens nach Düsseldorf-Oberbilk verlegt, während die Drahtfabrik vorläufig noch in Gemünd-Mauel blieb. Der Düsseldorfer Betrieb führte anfänglich noch den Namen "Mariahütte" mit acht Kupolöfen, zwei Schweißöfen, drei Walzstraßen und vier Dampfmaschinen und beschäftigte 91 Arbeiter. Das Maueler Röhrenwerk von Albert Poensgen folgte mit allen Einrichtungen und 95 Arbeitern Ende Juni/Anfang Juli 1860 und nahm im Herbst in Oberbilk die Produktion auf. Im Frühjahr 1861 folgte Julius Poensgen mit der auf die Herstellung von Nägeln umgestellten Bleiröhrenfabrik Geb. Poensgen mit 21 Arbeitern. Den Abschluss bildete die Drahtfabrik der Mariahütte Reinhard Poensgens. Im Mai 1862 ließ Albert Poensgen seine Firma unter "Albert Poensgen Düsseldorf" ins Handelsregister eintragen.

Während des Aufbaus der Fabrik und der Anlagen weilten nur die Führungskräfte in Oberbilk. Viele Arbeiter werden zunächst ohne ihre Familien an den Rhein gezogen und in Massenquartieren untergebracht worden sein. Poensgen wusste um die Vorzüge einer gemeinsamen Nähe der Wohnung zur Fabrik. So erschloss er die Eifeler Straße, die zur Erinnerung an die Arbeiter aus der Eifel diesen Namen erhielt, und ließ dort Werkswohnungen bauen.

Albert Poensgen, der mit Gemünd so verbunden war, fiel der Abschied äußerst schwer, bekleidete er in seiner Gemeinde doch zahlreiche kommunale Ehrenämter. Seit 1845 war er Mitglied des Gemünder Gemeinderates, 1850 wurde er Beigeordneter, Vorsitzender der Prüfungskommission für Handwerk und Vorsitzender des Turmbauvereins der evangelischen Kirchengemeinde. Der heimatverbundene Mann hat aber in seiner neuen Heimat Düsseldorf jedes politische Ehrenamt kategorisch ausgeschlagen, obwohl er in Düsseldorf-Oberbilk mit offenen Armen empfangen wurde. Wie offen man am Rhein diesen dynamischen Unternehmer aufnahm, erkennt man daran, dass man ihn schon 1862 zum stellvertretenden Mitglied der Handelskammer wählte. Der offene und leutselige Mann fand in Düsseldorf schnell gesellschaftliche Anerkennung.

Die Auswirkungen, die der Wegzug der Poensgen-Betriebe aus Gemünd hatte, waren regelrecht verheerend. 1840 zählte Gemünd 1.343 Einwohner; die drei Poensgen-Betriebe beschäftigten rund 230 Arbeiter. Rechnet man die Familienangehörigen hinzu, so bedeutet dies, dass die Hälfte der Einwohner Gemünds von den Poensgens abhängig war.

Albert Poensgen hatte sich schon 1859 bei seiner Belegschaft versichert, dass sie mit ihm nach Düsseldorf ziehen werde. Denn Rohrwerksarbeiter waren knapp und in Düsseldorf nicht vorhanden. Doch da er damals beim Aufbau seines Gemünder Unternehmens Engländer und Facharbeiter aus dem Märkischen angeworben und auch ordentlich entlohnt hatte, konnte er sich auf deren Betriebstreue und Mobilität verlassen.

Für den Bürgermeister von Gemünd bedeutete der Wegzug der Poensgenschen Unternehmen den Ruin der Eifelgemeinde. Am 27. April 1860 reiste Albert Poensgen mit seiner ganzen Familie nach Düsseldorf ab. Daran konnte auch die Verleihung der Ehrenbürgerschaft Gemünds drei Tage vorher nichts ändern. Das alte Röhrenwerk wurde im Juli 1860 demontiert. Als auch die Turmuhr aus der Fassade des Gebäudes abgebaut wurde, ließ Albert Poensgen als sichtbares Zeichen seines politischen Protests das lebensgroße Bild des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe, von der Heydt, aufhängen, der ihm die Eifeleisenbahn versprochen, aber diese Zusage nie eingehalten hatte. Gemünd verlor mit dem Abzug der Poensgen- Betriebe seine wichtigste Steuerquelle. 15.000 Taler Schulden und 200 Arbeitslose drückten auf die Eifelgemeinde. Der Hungerwinter 1860/61 bewog auch diejenigen, die Poensgen nicht nach Düsseldorf folgen wollten, ihrem alten Fabrikherrn an den Rhein zu folgen. Gemünds Bürgermeister Tillmann Müller erklärte im März 1861, dass fast alle Arbeiter von Gemünd fortgezogen seien. Erst kurz vor der Jahrhundertwende konnte Gemünd diesen Einwohnerverlust ausgleichen.

Trotz der völligen Betriebsverlegung und des Wegzugs der gesamten Belegschaft nach Düsseldorf blieb der Kontakt zur alten Heimat Gemünd ungebrochen. Dafür sorgte Albert Poensgen persönlich, nicht nur, weil er selbst die Eifel nur blutenden Herzens verlassen hatte, sondern auch, weil er die Heimatverbundenheit seiner Arbeiter kannte. Bewusst achtete Albert Poensgen darauf, dass seine Arbeiter die Bande zur angestammten Heimat nicht abreißen ließen. Als im Oktober 1861 die Gemünder Kirmes gefeiert wurde, schloss er seine Fabrik für eine Woche und reiste mit über 80 Arbeitern und deren Angehörigen auf drei Pferdeomnibussen nach Gemünd, um dort auf seine Kosten die Kirmes zu feiern. Dieser "Betriebsausflug" wurde fortan zu einer alljährlichen Einrichtung. 1862 wurde auch die "Mariahütte" während der Gemünder Kirmes für acht Tage geschlossen. So feierten alle Poensgenschen Fabriken gemeinsam die Gemünder Kirmes, und alle Eifeler waren wieder zu Hause. Die familiären Bindungen zwischen Fortgezogenen und Daheimgebliebenen rissen nicht ab. Am traditionellen Besuch der Gemünder Kirmes änderte sich bis zum Tode Albert Poensgens am 3. Februar 1880 nichts. Sicherlich hätte Albert Poensgen, wenn er länger gelebt hätte, 1888, als der Eifelverein gegründet wurde, seine Arbeiter animiert, diesem Vorbild durch die Gründung einer eigenen Ortsgruppe zu folgen. Albert Poensgens Witwe errichtete nach dem Tode ihres Mannes eine Albert-Poensgen-Stiftung über 15.000 Mark, aus deren Zinsen neben der Unterstützung Bedürftiger auch die jährliche Kirmesfahrt nach Gemünd finanziert wurde. Nach dem Tode Albert Poensgens ließ das Interesse an der Gemünder Kirmes merklich nach, zumal die Nachkommen der ersten Generation der Gemünder "Aussiedler" zunehmend weniger Interesse bekundeten. Als man 1908 in Düsseldorf zur Gründung einer eigenen Ortsgruppe schritt, waren es - und dies darf trotz der dürftigen Quellenlage als gesichert angenommen werden - die Nachkommen der ehemaligen Gemünder "Aussiedler", vor allem aus der Angestelltenschicht, die eine Mitgliedschaft annahmen.

Doch kehren wir zum Schluss auf das Unternehmen Poensgen zurück. Albert Poensgen wusste spätestens seit den berühmten Gründerjahren, dass er eine Unternehmensumwandlung vornehmen musste. Das Prinzip der fränkischen Realteilung - Beispiele aus der näheren und weiteren Umgebung hatten ihn aufgeschreckt - ließ Schlimmes erahnen. Zudem wusste er als vorausschauender Unternehmer, dass ein Betrieb stets neues Kapital brauchte. Die Zukunft sah er daher in einer Aktiengesellschaft. So kam es dann am 2. November 1872 vor dem Kölner Notar Toussaint Cardauns, dem Vater des bekannten Zentrumspublizisten Hermann Cardauns, zur Beurkundung der "Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerke AG" (DREW) mit einem Gründungskapital von drei Millionen Talern. Gründer waren neben Albert, Carl, Gustav und Rudolf Poensgen, Alfred Haniel, Friedrich Kesten und Henry Smith.

Das geschäftliche Glück war Albert Poensgen, dem am 31. März 1871 vom Kaiser der Titel Kommerzienrat verliehen worden war, im privaten Bereich nicht immer hold. Sein Sohn Hugo war ein gutmütiger Mensch mit künstlerischen Neigungen. Da sein Vater ihn für die Leitung seiner Düsseldorfer Fabriken für ungeeignet hielt, richtete er ihm 1869 eine Spinnerei in Gemünd-Mauel ein, um ihn so auf eigene Füße zu stellen. Doch bereits 1875 war Hugo Poensgen zahlungsunfähig. Albert Poensgen sah sich gezwungen, die Schulden seines Sohnes - sie beliefen sich auf mehr als 500.000 Mark - abzudecken.