Am 27. Juni 2017 hat das Zentrum für ländliche Entwicklung (ZeLE) gemeinsam mit dem Referat "Bodenordnung, Vermessung und Technologie in der Flurbereinigung" des MKULNV die Veranstaltung 

 "Ländliche Wegenetze - Anforderungen, Erfahrungen, Perspektiven" ausgerichtet.
Vielleicht interessiert es den einen oder anderen, wieviel Aufwand, Planung
und Koordination das Betreiben des Straßen- und Wegenetzes bedeutet. Bei der täglichen Nutzung macht man sich da häufig nicht so viele Gedanken zu. Darum hier eine kurze Zusammenfassung des Termins: 

Ländliche Wege werden in vielfältiger Weise genutzt.

Sie verbinden Gemeinden, Dörfer und Einzelgehöfte, sie dienen der Erschließung von land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen und natürlich werden sie auch für die Freizeitgestaltung, die Erholung und zum Naturerleben genutzt.
Unser heutiges Wegenetz ist im Wesentlichen noch aus den 50er und 70er Jahren und kann die aktuellen Anforderungen durch Verkehr und Maschinen nicht mehr ausreichend erfüllen. Um das zu ändern, müssen die Wege auf das Notwendige ausgedünnt beziehungsweise um benötigte Wege ergänzt werden. Die Wege sollten eine definierte Qualität haben und es muss geklärt werden, wer für den Unterhalt der Wege verantwortlich ist. Außerdem muss die Sanierung und Instandhaltung auch finanziert werden. Hier ist zu klären, welche Fördermittel es gibt und wer wie tief in die Tasche greifen muss.

Um all diese Punkte zu regeln und den Status Quo zu beurteilen, gilt es, die Ist-Situation zu analysiert, einen Soll-Zustand zu definiert und ein Wegenetzkonzept zu erstellen. An der Konzepterstellung beteiligt sein sollte die jeweilige Kommune, eine Projektgruppe mit Vertretern aus Land- und Forstwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz, Tourismus, Wirtschaft, Verwaltung und Politik sowie die Bürger durch lokale Workshops. Transparenz ist dabei besonders wichtig. Eine Möglichkeit hierfür ist zum Beispiel ein digitaler Bürgerdialog im Internet: https://wirtschaftswegekonzept.de

Die Erstellung eines solchen Wegenetzkonzeptes wird noch bis 2020 vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert. Zur Hilfestellung für die Kommunen wurden von der Bezirksregierung Düsseldorf Richtlinien und ein „Leitfaden für die Bearbeitung von ländlichen Wegenetzkonzepten erarbeitet.

Seit 2016 gibt es bereits 10 fertig gestellte Konzepte. Erste Erkenntnisse daraus:

22,4 % der überprüften Wege sind in Ordnung, bei 58,1 % sind Einzelmaßnahmen erforderlich und bei 19,5 % ist eine Gesamtsanierung nötig. 5,7 % der Bestandswege können zurückgebaut werden oder sind bereits nicht mehr vorhanden und lediglich
0,2 % sollten neu erstellt werden. Außerdem gibt es eine hohe Anzahl von zum Teil problematischen Brückenbauwerken.

Es gibt also viel zu tun. Der Antragsstichtag für die dritte Förderrunde ist der 31.10.2017. Er gilt für alle Gemeinden und Kommunen, die sich für 2018 die Erstellung eines Wegenetzkonzeptes fördern lassen möchten.